Laconia
A 9005 Laconia BB

Laconia

Komponist: Enjott Schneider
CD-Reihe: Cinema Musica Edition
Anzahl CDs: 1CD
CD-Status: Lieferbar (Available)

Titel: Laconia (2011)

Bestell-Nr.: A 9005
Tracks: 23
Laufzeit: 60:19
Veröffentlichung: 2011
Vertrieb: da Music

 

Das Kriegsdrama LACONIA beruht auf wahren Tatsachen. Das englische Transportschiff „Laconia“ wird 1942 von dem deutschen U-Boot U156 versenkt. Der deutsche Kapitän Hartenstein, gespielt von Ken Duken, entdeckt, dass die Laconia nicht nur die vermutete Besatzung von 136 Mann an Bord hatte, sondern noch weit mehr als 2000 Menschen, darunter britische Soldaten und italienische Kriegsgefangene. Hartenstein versucht die Menschen zu retten und bittet um Hilfe. Daraufhin entsendet Admiral Dönitz zwei weitere U-Boote zur Unglückstelle. Zusammen mit einem italienischen U-Boot und vielen Rettungsbooten wird ein Hilfskonvoi in Richtung französischer Kriegsschiffe gebildet. Ein US-Bomber entdeckt den mit Rotkreuzfahnen markierten Konvoi und erhält den Auftrag diesen zu bombardieren. Aufgrund dieses unmenschlichen Aktes des US-Militärs erließ Admiral Dönitz den berüchtigten „Laconia-Befehl“, der der gesamten deutschen U-Boot Flotte jegliche weitere Rettungsaktionen feindlicher Schiffe untersagte. Die mit dem Philharmonischen Filmorchester München eingespielte Musik schrieb Enjott Schneider, der schon den Antikriegsfilm Stalingrad vertonte. Hier präsentiert der Komponist eine reichhaltige Musik, bestehend aus einprägsamen Themen und markanten Motiven in einer ideenreichen Kombination aus originellen Klangfarben des Philharmonischen Filmorchesters München, leichten synthetischen Einflüssen und dem markanten Sound des Duduk, mit dem eine Verbindung zwischen traditionellem westlichen Orchesterklang und dezenter Ethnik erzeugt wird. Enjott Schneiders reichhaltige Filmmusik erweist sich nicht nur als passende Begleitung zum zweiteiligen Fernsehfilm mit Ken Duken und Franka Potente, sondern auch als ideales Höralbum.

Tracklisting:

01. Hilda’s Theme (1:59)
02. The Departure Of The Laconia (2:23)
03. Submarine U156 (2:40)
04. Waiting On Heavy Sea (2:06)
05. Confusions (1:51)
06. Sorting Smoke! (1:50)
07. Mortimer’s Grief (2:27)
08. First Strike Of The Torpedo (2:00)
09. Panic On The Laconia (2:34)
10. The Sinking (3:22)
11. Hilda Floats In The Water (2:56)
12. Rescue And Hope (2:23)
13. End Time And Resignation (2:49)
14. The Foe As A Friend (3:04)
15. Hilda’s Sadness (2:12)
16. Mortimer And Captain Hartenstein (2:44)
17. Hilda’s Lifetime Confession (3:36)
18. American Bomber Pilots (1:47)
19. Relief (2:13)
20. Farewells And Partitions (4:05)
21. Iron Cross for Hartenstein (2:36)
22. Hartenstein’s Loneliness (2:06)
23. Finally – Land Leaps Into View! (4:23)

 

Stephan Eicke interviewte für die Cinema Musica den Komponisten Enjott Schneider zu seiner Arbeit für Laconia:

Stephan Eicke:
Laconia ist voller Themen; das prominenteste davon ist „Hildas Thema“ als Leitmotiv. Der unerträgliche Weltschmerz einer leidenden Frau, der in wohlklingender Melodik gar nicht mehr auszudrücken ist und dennoch ein zartes, melancholisches Klavierthema erhält?

Enjott Schneider:
Bezüglich der Konzeption von Hildas Thema muss ich sagen, bei mir ist es immer so, dass wenn der Film gut ist, mich anspringt oder klar ist, worum es geht, ich die Themen dann wahnsinnig schnell habe, oft beim ersten Mal, vor allem wenn ich besonders heiß auf den Film bin, so wie in diesem Fall, der ja so eine Mischung ist aus „Das Boot“ und „Titanic“. Das Lustige war, dass in der Arbeitskopie des Films die ganzen Platzhalter, bevor die Effekte fertig waren – wenn die Laconia sinkt – alle aus „Titanic“ stammten, die sie rausgeschnitten hatten. Das hat bei mir dann das Gefühl von einem riesigen Film dann noch verstärkt. So eine tolle Mischung hat mich schon sehr heiß gemacht, sodass ich sehr leicht Themen gefunden habe.

Stephan Eicke:
Das Thema für Officer Mortimer, den Hilda offensichtlich nicht unattraktiv findet, ist ähnlich intim wie das für Hilda – wolltest Du mittels der Musik eine emotionale Verbindung zwischen ihnen schaffen?

Enjott Schneider:
Ja und nein. Was beide verbindet, ist dieses humanistische Element mitten in den Kriegswirren, das beide herausstechen lässt. Hilda und Mortimer werden aufgrund ihrer Philosophie deshalb parallel geführt. Auch Mortimer hat, wie Hilda, ein ruhiges Thema bekommen. Manchmal wird Mortimer mit motivischen Anleihen aus Hildas Thema untermalt, dann aber nicht von Klavier, sondern von Solovioline oder Solocello untermalt. Bei „Mortimers Trauer“ habe ich mich von einer Lieblingsstelle aus Monteverdis Oper „L‘ Orfeo“ inspirieren lassen: bei Monteverdi gibt es die „Tu se‘ morta“-Arie – wenn er erfährt, dass seine Euridice gestorben ist – mit G-Moll und einer verminderten Quarte, was ein sehr merkwürdiges, toll-expressives Intervall ist. Diese Tonart- und Intervallkonstruktion, die ich aus meinem Opernwissen übernommen habe, war hier der erste Impuls der Musikerfindung. Man braucht diese Primärimpulse, mit denen man die Angst des Künstlers vor einem leeren weißen Blatt Papier besiegen kann.

Stephan Eicke:
Wie auch das kurze Bläsermotiv für die U-156, deren Insassen mit diesem eher weichen Blechklang nicht als das personifizierte Böse beschrieben werden, sondern eher als langsame, schleichende Gefahr.

Enjott Schneider:
Stimmt! Es geht da hier viel um Einsamkeit, um eine tragödienartige archaische Schicksalhaftigkeit, die über den Menschen steht. Vor allem auch, wenn die Duduk, ein armenisches Instrument, die Hornmelodien einfach weiterspielt, um die Einsamkeit des Kapitäns Hartenstein – und allgemein die Einsamkeit auf solch einem U-Boot – auszudrücken.

Stephan Eicke:
Es ging also nicht primär darum, die Duduk einzusetzen nur aufgrund der Region, in der die Szenen (im Süd-Atlantik) spielen, sondern eher aufgrund der Stimmung der Einsamkeit?

Enjott Schneider:
Ein Faktor für mich ist auch, dass es ein archaisches Instrument ist. Es ist im Vorderen Orient und arabischen Raum seit 2000 Jahren bekannt, etwa als uralter Klagegesang trauernder arabischer Frauen vor 2000 Jahren und absolut zeitlos. Mit der näselnden Klangfarbe der Duduk konnte ich auch die Sonderstellung von Hartenstein herausstreichen, der kein simpler soldatischer Befehlsausführer ist, sondern ein ganz besonderer Mensch: ein Pantheist, der an die Ewigkeit des Meeres glaubt, archaischer Seemann, wie es ihn schon vor tausenden Jahren bei den Phöniziern gab. Personifizierte Zeitlosigkeit sozusagen. Jedes andere Instrument wäre für ihn undenkbar gewesen. Da fiel die Entscheidung leicht, für solch einen naturverbundenen Menschen ein Ethno-Instrument zu nehmen, das selbst eine Art Naturbonus hat.

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